Schüler fragen Chefs

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Prof. Ulrich Rademacher
Westfälische Schule für Musik der Stadt Münster
Himmelreichallee 50
48149 Münster
fon: 0251/98103-11
fax: 0251/98103-25

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www.muenster.de/stadt/musikschule
Als ich während der letzten Studienjahre als Klavierbegleiter der Geigenklasse meines Musikervorbildes Sandor Vègh wie ein Pilger Meisterkurse von Erik Werba, Dietrich Fischer-Dieskau und Jakob Gimpel besuchte, wollte ich einfach "nur" einer der besten, interessantesten, leidenschaftlichsten, tiefsinnigsten Musiker werden, der mit gleichgesinnten Kollegen und Freunden gemeinsam musiziert. Gleichzeitig leitete ich in einem Neubauviertel meiner Heimatstadt einen offenen Jugendchor, der - um keinen auszugrenzen - vollkommen ohne Noten - gute Musik erst einmal für den eigenen Spaß und zum Kennenlernen untereinander machen wollte: Elementare Musikerziehung mit durchaus sozialpädagogischem Akzent. Später träumte ich von einer eigenen "Akademie" und ein Festival, mit dem Anspruch, künstlerisch und pädagogisch fachübergreifend zu arbeiten. Aus allen Träumen und jugendlichen Leidenschaften finden sich Spuren in meinem jetzigen Berufspuzzle: Um das berufliche Zentrum Westfälische Schule für Musik gruppiert sich eine Liedklasse an der Musikhochschule Köln sowie gelegentliche internationale Konzert- und Kursaktivitäten. Das Familienleben mit der Sängerin Annette Kleine und vier extrem lebendigen Kindern zwischen 13 und 20 Jahren leidet sicher zeitweise unter der Vielfalt beruflicher Herausforderungen, die beinahe keine privaten Tabuzonen kennt, profitiert aber andererseits möglicherweise von einem Vater, der "sein Hobby zum Beruf gemacht hat" und oft unkonventionell disponieren kann.
Ein erfolgreicher Musiker sein - was heißt das heute? Die Frage danach stellt sich heute neu, früher gewählte Wege entpuppen sich heute als Sackgassen, neue Chancen tun sich auf. Kreative und sehr persönliche Lösungen sind gefragt, für die Begabung und Leidenschaft auf der einen Seite ebenso Voraussetzung sind, wie Verantwortung, Fleiß und ein langer Atem. Im Gespräch zeigen drei Vertreter und Kenner traditioneller wie ganz aktueller Ausbildungen und Berufsbilder Wege auf und stellen sich Ihren Fragen.
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Wolfgang Quetes
Generalintendant, Städtische Bühnen Münster
Wolfgang Quetes studierte Theaterwissenschaft an der Universität Wien und ließ sich zeitgleich an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Wien zum Schauspieler und Regisseur ausbilden. In den nächsten zwei Jahren folgten erste Engagements als Regisseur und Schauspieler an verschiedenen österreichischen Bühnen. 1972 übernahm er die künstlerische Leitung am Theater Courage in Wien, bis es ihn 1974 als 1. Spielleiter für Schauspiel ans Staatstheater Kassel zog. Seine erste Oper inszenierte er 1977 am Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen. 1978 bis 1985 war Quetes 1. Spielleiter für Oper, Operette und Schauspiel am Baseler Theater. Gleichzeitig nahm er seinen ersten Lehrauftrag an der Schauspiel-Akademie Zürich wahr. Neben Gastinszenierungen u.a. am Staatstheater Darmstadt, dem Musiktheater im Revier, an den Städtischen Bühnen Bielefeld, dem Staatstheater Mainz und am Luzerner Theater war der österreichische Regisseur 1991 bis 1995 Oberspielleiter des Musiktheaters und Mitglied der Operndirektion der Städtischen Bühnen Nürnberg. Von 1997 bis 2002 war Quetes, der auch immer wieder als freischaffender Regisseur an großen Bühnen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz inszenierte, Intendant am Pfalztheater Kaiserslautern. An der Hochschule für Musik in Karlsruhe lehrte er zwischen 1997 und 2002, ehe er von 2002 bis 2004 eine Professur an der Hochschule für Musik in Köln übernahm. Seit der Spielzeit 2004/2005 ist Wolfgang Quetes Generalintendant der Städtischen Bühnen Münster.