Mein Interesse an Geschichte und Politik, so meine ich dies im Rückblick erklären zu können, wurde durch Kindheits- und Jugenderfahrungen in meiner nordhessischen Heimat in der unmittelbaren Nähe zur Grenze zur DDR geweckt. Von der Frage, wie es zur deutschen Teilung kommen konnte, führte das Fragen weiter zur Bedeutung des Krieges und der NS-Herrschaft. Die Antworten, die Eltern und Lehrer, darauf fanden, empfand ich, wie viele meiner Altersgenossen, als unbefriedigend, was in meinem Fall dann zum Entschluß führte, Geschichte und Politikwissenschaft zu studieren, verbunden mit einem "soliden" philologischen Fach, nämlich Latein. Ich studierte diese Fächer in Marburg und Berlin, erlebte in Marburg die Studentenbewegung von 1968. Im selben Jahr legte ich mein Staatsexamen ab und wurde 1971 in Marburg promoviert. Dass mich der Weg dann weiter in die Hochschule ( 1973 wurde ich Assistent an der Universität Erlangen, wo ich mich 1980 habilitierte) und zu einer Professur für Neuere und Neueste Geschichte (seit 1983 in Münster) führte, verdanke ich auch vielen günstigen Konstellationen, die meine Generation in höherem Maße antraf als alle folgenden. Darum halte ich es für wichtig, dass man die eigenen Berufserfahrungen denen vermittelt, die heute ihren mittlerweile sehr viel schwierigeren Weg ins Berufsleben vorbereiten.